Motorräder 2008 – 2009

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Motorräder 2008 – 2009

Ausschnitte aus zwei Jahren Motorrad-Tests. Fotos: Andreas Janzek, JörgWipplinger

Zu den damaligen Testberichten:

Yamaha Tenere und MT01

Moto Guzzi Stelvio

Suzuki Gladius

Kawasaki Nina ZX-6R

Kawasaki 1400 GTR und 250er Ninja

Yamaha Diversion

 

Text:

Liebe Leute, im Moment hab ich zu viel Arbeit, um am Wochenende geistreiche Videos zu machen und zur Kernschmelze fällt mir gerade auch nichts ein. Also mal ganz was anderes, was für mich unter Freizeitvergnügen fällt: Ich erzähle euch was über Motorräder der Jahre 2008 und 2009, denn in der Zeit durfte ich für die kleine Zeitung Online Bikes testen.

Ich persönlich stehe auf Reiseenduros, sehr erfreut hat mich daher das Comeback der Yamaha Tenere: Vom Datenblatt her ein untermotorisierter übergewichtiger Einzylinder, wenn man draufsitzt der perfekte Alleskönner. Super Sitzposition für bis zu 2 Personen, perfekter Windschutz, spurstabil, einwandfreies Handling. Falls mich also wer bestechen will – damit gings.

Verliebt habe ich mich aber in ein fetteres Bike: Die Motoguzzi Stelvio- ganz klar als Konkurrenz zur hypererfolgreichen BMWGS1200 konzipiert, kann das Motorrad etwas, was kein anderes so gut konnte – zu mir passen. Es ist sicher nicht das beste Bike ever, aber ich hab mich vorher und nacher nie wieder so wohl auf einem Bike gefühlt. Im Standgas klingt und vibriert die Stelvio wie ein Traktor, von dem angeblichen Leistungsloch hab ich nie was gemerkt und vom Gewicht auch nicht. Sicher nicht so ausgereift wie die Bmw, aber mit mehr Charakter.

Positiv überrascht war ich beispielsweise von der Suzuki Gladius: Ein Modebike, als Lifestylegerät beworben, sehr günstig und in total stylischen Farben – ich bin also definitv nicht Zielgruppe. Aber das Bike ist großartig, vor allem, wenn man sich das Preis/Leistungsverhältnis anschaut. Ideal für Einsteiger, aber der Motor macht wahrscheinlich durchaus auch länger Spass. Mein Tipp für Einsteiger aber auch überhaupt preisbewusste Biker.

Mit den Rennsportraketen kann ich nichts anfangen, aber die 600er Ninja war schon – ähem irgendwie geil. Ich fürchte die Dinger sind schon Suizidgeräte. Apropos: Mich würde auch interessieren, wie viele Käufer sich heuer mit der neuen Ducati Multistrada umbringen werden.

Enttäuschungen gab es eigentlich nur wenige: Die Kawasaki 1400GTR erschien mir etwa widerspenstig und unausgereift. Sie heizt dem Fahrer ein und der Windschutz war mangelhaft – das Modell wurde allerdings inzwischen überarbeitet.

Die KTM 990 SMT gewinnt einen Preis für die miesesten Koffer, die Suzuki B-King einen für den übertriebensten Auspuff und die neue Yamaha Diversion einen für die mieseste Straßenlage – mit der bin ich nämlich in einer Kurve ausgerutscht.

So, das war jetzt mein Frühlingsbegrüßungsvideo, ich hoffe es stört sich niemand am abrupten Themenwechsel. Gute Fahrt!

 

 

 

 

11 Responses to “Motorräder 2008 – 2009”

  1. Tobias Says:

    Wusste gar nicht, dass Du Motorrad fährst. 🙂

    Ich liebe meine kleine KTM RC8.

    Ich hab übrigens einen Bekannten, der Anfänger ist und die 250er Ninja besitzt und ich muss schon sagen, dass das Teil mal supergeil ist. Wirklich das beste Bike, das man sich als Anfänger besorgen kann.
    Obwohl ich sehr viel mehr PS gewohnt bin hat es mir sehr viel Spaß gemacht damit ein paar Runden zu drehen. Sie fährt sich sehr sportlich und verzeiht großzügig Fahrfehler.
    Einzig, dass man es sich aufgrund der niedrigen Leistung oft drei mal überlegen muss ob man jetzt einen LKW auf der Landstraße überholt empfinde ich als störend. Für einen Anfang aber sicher eine gute Sache.

  2. Jörg W. Says:

    @Tobias
    ja, die RC 8 kann schon was, ist aber eben nicht ganz meins – Test war trotzdem witzig 🙂
    Die Babyninja halte ich auch für keine schlechte Idee. Ist übrigens ein ziemlicher Verkaufsschlager geworden, wovon Kawasaki (zumindest in Ö) selbst total überrascht war.

  3. Block Says:

    Zur Kernschmelze als Hintergrundinfo:B

    Tote pro TWh (Terawattstunde):
    http://nextbigfuture.com/2011/03/deaths-per-twh-by-energy-source.html

    Unter dem angegebenen Link wird die durchschnittliche Zahl an Toten pro TWh durch verschiedenen Stromerzeugungsmethoden verglichen.

    Die interessantesten Daten (Hervorhebungen von mir):

    Stromerzeugungsmethode ——————- Tote pro TWh

    Coal – world average ——————- 161 (26% of world energy, 50% of electricity)
    Coal – China ———————————- 278
    Coal – USA —————————— 15
    Oil ——————————————– 36 (36% of world energy)
    Solar (rooftop) (Solarzellen auf Dächern) — 0.44 (less than 0.1% of world energy)
    Wind —————————————— 0.15 (less than 1% of world energy)
    Hydro ———————————— 0.10 (europe death rate, 2.2% of world energy)
    Hydro – world including Banqiao) ————- 1.4 (about 2500 TWh/yr and 171,000 Banqiao dead)
    Nuclear ————————————- 0.04 (5.9% of world energy)

    Berücksichtigt sind sowohl Tote durch Kontamination (z.B. bei Kernkraft), durch Umweltverschmutzung und ähnlichem. Tschernobyl wurde natürlich berücksichtigt, auch die zahlreichen nachträglichen Todesfälle durch Strahlung und Kontamination.

    Meines Wissens nach nicht berücksichtigt wurden zukünftige Tote durch einen eventuell durch menschliches CO2 und andere Treibhausgase nennenswert mitverursachten zukünftigen Klimawandel, da dies Zukunftsszenarien sind und somit potentielle zukünftige Tode. Diese Toten würden die Statistik weiter zu Ungunsten von Öl und Kohle verschlechtern, nicht aber die der Kernkraft.

    Die niedrige Todesrate pro TWh für Nuklearenergie ergibt sich daraus, dass bei einem schweren Unfall zwar (je nach Umfang des Unfalls, Strahlung und radioaktiven Materiales) eventuell viele Menschen in relativ kurzer Zeit sterben und, je nach Umfang der Verstrahlung und Kontamination mit radioaktiven Material, eventuell auch viele Menschen an Nachwirkungen sterben, dafür solche Unglücke aber sehr selten sind. Kleinere, dafür aber häufigere Unfälle bei anderen Formen der Stromerzeugung können so zu einer höheren Todesrate pro Terawattstunde (TWh) führen.

    Natürlich kann die Anzahl an Toten durch Atomkraft durch das jetzige Unglück in Japan kurzfristig größer werden, wenne es zu einem Super-Gau kommt. Langfristig und auch mittelfristig wird dies aber nichts an den Statistiken ändern. So gibt es zwar in folge eines Super-Gaus viele Tote, aber solche Vorfälle sind dafür sehr selten. Dies führt zu kurzfristig sehr hohen Opferzahlen, die eher Medienaufmerksamkeit erregen, als viele kleiner Unglücksfälle mit weniger Toten oder Tote durch die Schadstoffbelastung durch Kohlekraftwerke (wobei auch hier je nach Umweltschutz- und Sicherheitsvorschrifften große Unterschiede zwischen zum Beispiel den USA und China bestehen, wie der Statistik zu entnehmen ist).

    Zur Wasserkraft:

    Hydro ——————————————- 0.10 (europe death rate, 2.2% of world energy)
    Hydro – world including Banqiao) ————- 1.4 (about 2500 TWh/yr and 171,000 Banqiao dead)

    Im oberen Wert von 0,1 pro TWh ist das Unglück beim Banqiao-Staudamm 1975 in China nicht berücksichtigt, da weder die Staudammkonstruktion, noch die geographischen Bedingungen unbedingt sehr representaiv für Wasserkraft sind.

    Der Banqiao-Staudamm sollte angeblich so ausgelegt sein, das er einer Überschwämmung standhält, wie sie nur einmal in 1000 Jahren stattfände.
    Die Wikipedia dazu (Hervorhebung von mir):

    Am frühen Morgen des 8. August brach der kleinere Shimantan-Staudamm stromaufwärts. Eine halbe Stunde später, 1 Uhr nachts, traf die Flutwelle auf den Banqiao-Staudamm und er brach auch. Das verursachte den Bruch von insgesamt 62 Staudämmen.

    Dieser Kaskadenbruch erzeugte eine mehrere Meter hohe Welle, die sich mit fast 50 km/h stromabwärts ins Flachland ergoss. Fünf Kreise Zhumadians (Suiping, Xiping , Runan, Pingyu , Xincai), der heutige Stadtbezirk Yuanhui der Stadt Luohe und der Kreis Linquan der Stadt Fuyang in der angrenzenden Provinz Anhui wurden überflutet, ebenso tausende Quadratkilometer Land und zahllose Dörfer, von denen keines Zeit für eine Evakuierung hatte. Die Beijing-Guangzhou-Eisenbahn, eine Hauptverkehrsader, war unterbrochen, genau wie andere wichtige Kommunikationsleitungen. Neun Tage später waren über eine Million Menschen vom Wasser eingeschlossen, unerreichbar für die Katastrophenhilfe, während Epidemien und Hungersnöte die Eingeschlossenen dezimierten.

    Ungefähr 26.000 Menschen starben durch die Überschwemmung und weitere 145.000 durch die darauf folgenden Epidemien.

    Über 170.000 Tote durch einen Wasserkraftanlagenkomplex bei einem großen Naturunglück.

    Eine klassische Kettenraktion mit dramatische Folgen.

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Banqiao-Staudamm

    Eine solche Lage ist jedoch nicht auf europäische Staudämme zur Wasserkrafterzeugung übertragbar. Es handelt sich nicht um einen Grund Wasserkraft zu verteufeln. Mehr Tote pro TWh als Atomkraftwerke kommen leider trotzdem vor.

  4. Joerg Says:

    @Block
    sind ja ein paar ganz interessante Sachen mit dabei, aber: Warum hast du das hier gepostet? Es enthält keine Informationen zur momentanen Situation in Japan und vor allem – es hat mit dem Video nichts zu tun! Sorry, aber so ganz ohne Anlass schaut es ein wenig nach Lobbyarbeit aus.

  5. Block Says:

    @Joerg:

    Nicht ohne Anlass. Ok, ich vergaß: Dies ist eine österreichische Website. Aber in den deutschen Medien wird die Katastrophe in Japan sehr stark mit Fokus auf die Kernkraftwerke betrachtet. Ich weiß nicht, in wie fern das in Österreich auch so ist oder dort wenigstens mitbekommen wird. (Zur Info: http://zettelsraum.blogspot.com/2011/03/die-deutschen-und-das-atom-8-besessen.html)

    Als ich also hörte, diese Video sei anstelle eines Videos zu den Ereignissen in Japan gemacht wurden, habe ich sofort an eines gedacht: Panik vor dem Atomtod…

    Die Debatte wird in Deutschland nämlich teilweise, wie soll man sagen, öko-religiös angehaucht betrachtet. Die Natur hat uns ein Zeichen gegeben, eine Mahnung, wir dürften uns nicht mit ihr anlegen (egal, dass in weniger entwickleten Ländern die Anzahl Todesopfer wahrscheinlich höher wäre, ein Leben in Armut und Demut also keine Lösung ist). Die Natur wird dabei vergöttert.

    Beispiel auf EU-Ebene (damit auch for Österreich relevant, Hervorhebungen von mir):

    “The earthquake and tsunami will clearly have a severe impact on the economic and social activities of the region. Some islands affected by climate change have been hit. Has not the time come to demonstrate on solidarity – not least solidarity in combating and adapting to climate change and global warming? Mother Nature has again given us a sign that that is what we need to do.

    Staffan Nilsson
    Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses
    11. März 2011

    Quelle: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/erdbeben_und_klimawandel/

  6. Block Says:

    Nachtrag:

    “Wenn ein Komet vom Himmel stürzt, sind unsere Atomkraftwerke nicht mehr sicher”, bilanzierte am Montagabend der ARD-Moderator in einer Sondersendung. “Und ich habe gerade das Gefühl, dass dieses Risiko neu bewertet wird.” Rund 70 Prozent der Deutschen glauben, dass hier ein ähnlicher Atom-Unfall wie in Japan passieren kann.

    Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/ventil-und-hyperventil/3953086.html

  7. Block Says:

    PS: “Sorry, aber so ganz ohne Anlass schaut es ein wenig nach Lobbyarbeit aus.”

    Es ist also nicht ganz ohne Anlass.

  8. Joerg Says:

    stimmt, es gibt im Video eine winzige nicht ganz ernst gemeinte Andeutung 😉 so richtig gut passt es dennoch nicht zu einem Motorradvideo – aber natürlich ist argumentativer Input immer willkommen.

  9. Block Says:

    Zum Konflikt “Aufklärung und Zivilisation” vs. Rousseau, Zivilisationkritiker und Prediger des Lebens in bescheidenen Verhältnisse und in Demut vor der Natur (als wäre sie ein zürnender Gott), hier noch ein interessanter Artikel, der viel Hintergrundwissen liefert und einige Sachen zusammenfasst:
    http://zettelsraum.blogspot.com/2011/03/lissabon-1755-japan-2011-die-parallelen.html

    (Es handelt sich um einen liberal-konservativen Blog eines ehemaligen deutschen Professors)

    Ebenso interessant:
    Haltet ein und kehret um!

    Fortschritt ist der Teufel

    Im übrigen muss ich mich entschuldigen, es passt unter ein Motoradvideo wirklich nicht so sehr. Beim Video “Ab ins All!” würde es viel eher zum Thema passen. Daher soll das hier auch erstmal der letzte Input von mir gewesen sein.

    Im übrigen, Klasse Seite, weiter so!

  10. Block Says:

    Kurzes Zitat, in dem die Problematik zusammengefasst wird:

    Die Sache ist klar: Hätten Menschen wie wir, Menschen der Art Homo Metus, die Erde in den letzten 5000 Jahren regiert, gäbe es kaum etwas von dem, das uns heute am Leben hält. Außer vielleicht den Hundestrand. “Zur Elektrizität wäre es gar nicht gekommen”, glaubt Calimero, “Gefährliches Hexenwerk, unsichtbares, riskantes Teufelszeug!” Röntgen gäbe es genausowenig wie schmerzfreie Operationen, die “Schulmedizin” wäre am Wiederstand derer gescheitert, die es für unerträglich halten, einen Menschen aufzuschneiden, um zu Schauen, wie er innerlich funktioniert. “Alles ist von Übel, was menschengemacht ist”, schreibt Calimero, “Alles ist wider die Natur, mit der wir doch im Einklang stehen wollen”.

    “Der technisch-industrielle Komplex ist widernatürlich und wird früher oder später von diesem Planeten verschwinden. Und natürlich auch alle die, die ohne diesen Komplex unfähig sind zu überleben”, schreibt “Der Prophet” im Gelben Forum.[Anmerkung von Block: “Der Prohpet”, wir er sich nennt, meint das offensichtlich ernst, während Calimero es auf die Schippe nimmt] Ein bisschen Frohlocken ist dabei, denn “wer sich umgeben von Stahlbeton und allerhand zivilisatorischem Krempel in 150 Meter Höhe bei einem Erdbeben der Stärke 9 aufhält, hat natürlich schlechtere Karten als die Menschen, deren ganzer Besitzzum ein Lendenschurz und Bambusspeer umfasst”.

    Dass die Ursache nahezu sämtlicher Toter in Japan ein Tsunami war, der Menschen traf, die eben nicht in Häusern aus Beton, sondern in gartenlaubenähnlichen Hüttchen aus Schnellbauholz leben, spielt keine Rolle. Ebensowenig, dass der Grund dafür, dass nicht 250.000 Menschen wie seinerzeit in Südostasien gestorben sind, im hochtechnisierten Vorwarnsystem der Japaner zu finden ist.

    Zivilisation ist böse, Entwicklung schlimm, Fortschritt der Teufel, so klappert es in die Tastaturen, die ohne Zivilisation, technische Entwicklung und Fortschritt nicht da wären.

    Quelle: Fortschritt ist der Teufel

  11. Block Says:

    Man verzeihe mir einen letzten, aktuellen Link:

    In ihrer Hauptsendung gestern um 20.00 Uhr berichtete die “Tageschau” (Anmerkung: in der ARD) mit einer Dauer von 2:30 Minuten über das Unglück im KKW Fukushima Daiichi. In diesen zweieinhalb Minuten waren vierzehn sachliche Fehler enthalten.

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