Homöopathie ist kein medizinisches Thema

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Homöopathie ist kein medizinisches Thema

Wiens bekanntester Homöopath verweigerte jahrelang die Diskussion mit Nicht-Medizinern, denn die sind bei medizinischen Themen nicht kompetent.

Dass Ärzte die Diskussion mit Nicht-Medizinern verweigern kommt gelegentlich vor – und es ist aus zwei Gründen ziemlich doof:

1.       Selbstverständlich können Nicht-Mediziner bei medizinischen Themen kompetent sein. Ja, Mediziner werden im Schnitt mehr von Medizin verstehen als Nicht-Mediziner, aber das heißt nicht, dass sie ganz pauschal auf diesem riesigen Gebiet immer alles besser wissen. Was glauben die Mediziner denn, wo die Medizin ohne Chemiker, Physiker, Pharmazeuten, Biologen, Psychologen, Statistiker und Public Health – Spezialisten stehen würde? Zeigen sie mir den Hausarzt, der einen Computertomographen zusammenschrauben kann. Oder einen der Metaanalysen rechnet.

2.       Bezüglich Homöopathie und ähnlichem allerdings noch viel wichtiger: Das sind keine medizinischen Themen. Genauso wenig wie Lichtnahrung ein Ernährungsthema ist und genauso wenig wie der Löffelverbieger Uri Geller ein Fall für die Materialwissenschaft ist. Pseudomedizin, somit auch die Homöopathie, ist auf magischem Denken beruhender Unsinn, der nur ganz am Rande mit Medizin zu tun hat – und somit ganz klar in das Aufgabengebiet der Skeptiker gehört. Es geht bei diesen Themen um das Enttarnen von Illusionen, nicht um die Untersuchung physiologischer Zusammenhänge. Ja, der Placeboeffekt ist natürlich Teil der Medizin, aber das macht nicht alles was einen Placeboeffekt bewirken könnte gleich zu einer Medizin. Skeptiker haben gelernt, der Selbsttäuschung auf die Spur zu kommen. Und Pseudomedizin ist genau das – Selbsttäuschung, keine Medizin. Mediziner sind daher nicht die Experten für diese Themen, sondern leider sehr oft Opfer der Selbsttäuschung.

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