Die Wünschelruten-Oper

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Die Wünschelruten-Oper

Schaut euch die verlinkten Videos an:

Spiegel-TV und die GWUP (Gesellschaft für die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften) testen Rutengeher

Welt der Wunder und GWUP testen Rutengeher:

Teil 1

Teil 2

Text:

Ich freu mich, heute erstmals eine bestellte Wahrheit liefern zu dürfen.

( Hintergrund, Einsingen: ideo…ideo…ideomotorischer Effekt, Carpenter, Gwup)

Sugifox hat uns geschrieben: „Wie wäre es mit dem sogenannten “Wünschelruten gehen”. Überraschend viele Leute in Österreich zahlen für diese Methode bevor sie einen Brunnen graben lassen.“

Oh ja, das tun sie tatsächlich und es gibt sogar Bundesländer die sowas finanziell oder mit „Grundlagenforschung“ unterstützen. Das ganze ist allerdings so simpel und abgelutscht, dass man die Story pimpen muss : Die Wahrheit präsentiert daher: Die Wünschelruten-Oper:

Selbsttäuschung und der Carpenter-Effekt: Die Rute in labilem Gleichgewicht gehalten, kleine Bewegung, großer Effekt! Rutengehen ist gewöhnliche Esoterik, und die zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie – ungeniert – nicht funktioniert.

Schaut euch die Links an, schaut euch die verlinkte Videos an. Youtube!!!

Tausend Rutengeher getestet, tausend Hirne verpestet, nicht mal die Bodenstruktur verstanden – nie eine Prüfung bestanden.

Seht ihr alles in den Videos. Gwup!

Keiner der jemals Getesteten ändert seine Meinung. Der Ablauf ist immer gleich: Überraschung, Schock, Zweifel. Und dann dauert es immer ziemlich genau einen Tag und sie haben ihre Ausrede: Die Testbedingungen waren auf die eine oder andere Weise unfair. Gwup!! Eben jene Testbedingungen, denen man vorher noch selbstsicher zugestimmt hat. Niemand steht zu seiner Unfähigkeit. Nie. Und ich glaube, das geht nicht  nur den Rutengehern so, aber an ihnen sieht man es so schön deutlich.

Solche Betrü

Nicht. Das sind doch keine Betrüger, die glauben ja den eigenen Stuss, es gibt keine Täuschungsabsicht. Mich fasziniert, dass es diesen Schmarren immer noch gibt. Die Theorien der Rutengeher sind schwachsinnig, ihre angeblichen Fähigkeiten eindeutig widerlegt und trotzdem stirbt dieser Mist nicht aus.

Nur „Biieep“ geben Geld für so was aus! Radiästhesie!

He, seid ihr wahnsinnig! Da gibt’s eben Traditionen und Selbsttäuschung und ähh Traditionen und äh…

Ideomotorischer Effekt

•GWUP!

Gesang und Komposition:

Martin Zoglmann, Anne Frütel

Konzept und Libretto:

Jörg Wipplinger

Kamera:

Mathias Gerstbach

Licht:

Baustellenscheinwerfer (500 Watt)

14 Responses to “Die Wünschelruten-Oper”

  1. Roland K. Says:

    COOL!

  2. Stefan Says:

    In der Tat: bizarr, aber auch irgendwie faszinierend und vielleicht sogar letztendlich viral …?! Vielen Dank für diese … ähm, ungewöhnliche Würdigung unseres netten kleinen Vereins. 😉 Nur eine Bitte noch: Der Teil-1-Link oben zielt leider daneben. Korrigiert ihr das? Danke!

  3. Joerg Says:

    Danke, ist korrigiert.

  4. Max Says:

    Nettes Video, auch die Links dazu.

  5. Martin Says:

    So sehr ich mich über die Erwähnung als Komponist freue, muss ich doch daruf hinweisen, alleine um Dich vor einer erneuten Klage zu bewahren, dass die Kompositionstechnik von Martin Genahl, einem Vertreter des Spaltklangs, herrührt. Ich kann Dich aber dahingehend beruhigen, dass sich Vergleiche mit Martin in der Regel, in der Grössenordnung eines “Krügerls” bewegen.

  6. mathi-As Says:

    sehr sehr unterhaltsam, werde wohl die Links wirklich mal anschauen müssen… Details interessieren mich schon noch dazu

  7. cydonia Says:

    Großartig! Da capo! Nichtendenwollendesklatschenjubelnhochrufen…..

  8. rolak Says:

    Schick – mal eine Oper mit aktuell anwendbarem Sinngehalt direkter Art (also nicht so kreuzallgemein wie ‘vertraue auf die Macht der Liebe’). Das schick ich direkt mal meinem Bruder (keine Angst: Es ist nicht der übliche große Bruder für die Verstärkung, ginge bei mir auch gar nicht 😉 der sich diesem Werk eher aus dem musikalischen {Blick}Winkel nähern dürfte.

  9. Thomas Says:

    Für so ein innovatives Video hat sich meine Spende ja schon rentiert 😉

  10. Flo Says:

    Da capo! Da capo! 🙂

  11. Wünschelruten gehen - helmuts weblog Says:

    […] Twitter bin ich auf den Artikel “Die Wünschelruten-Oper” auf dem Videoblog “Die Warheit.at” aufmerksam geworden.  Ein echt gut gemachtes […]

  12. Veronika Kocher Says:

    herrlich.. 🙂 lang nicht mehr so gelacht..

    Toll gemacht und gut recherchiert.

  13. anne Says:

    Als Ungläubiger war ich einmal bei einem Wünschelrutenlehrgang eingeladen, nur als Beobachter.

    Dabei hatte ich Dinge beobachten können, welche mich weder zur einen Seite noch zur anderen kippen lassen konnten. Es war ein Lehrgang mit vielleicht 40 Teilnehmern. Mein Freund, Apotheker, hatte mich zur Beurteilung eingeladen. Es ging um “Fernmutung” von irgendwelchen Bodenschätzen. Diese Technik sollte erlernt werden.

    Mein Freund, anscheinend wünschelrutengläubig, machte natürlich auch mit und tastete mit seiner Wünschelrute den in vielleicht 3 km Entfernung liegenden Gebirgszug zeilenweise “über Kimme und Korn” ab. Die Wünschelrüte hatte er auf Schwerspat “geeicht”, indem er sie mit Schwerspat in der Hand haltend in Berührung brachte.

    Die zeilenweise Abtastung ergab manchmal einen Ausschlag, den er dann als Punkt in die Karte eintrug. Die Verbindung der Punkte ergaben dann 3 Erzgänge.

    Später ging dann die ganze Gruppe zu dem Gebirgszug hin und überprüfe vor Ort die sichtbaren Zeichen. Tatsächlich konnte man Schwerspatgänge sehen und, was mich nun wirklich überrascht hat war, daß die Linien meines Freundes ganz gut passten. Auch einige andere hatten recht passende Ergebnisse erzielt. Hätte ich bei meinem Freund nicht eigenäugig gesehen, daß er die Karte nicht schon vorher bearbeitet hat und wäre es ein Fremder gewesen, hätte ich auf einen eingeschleusten Teilnehmer getippt, der nur die “Moral” der Truppe heben sollte.

    Beim “theoretischen” Unterricht (geleitet von einem Physiker) passierte auch Eigenartiges. Diese Wünschelrutengänger sind ja hochsensibel. Die setzen nicht einfach so in den Lehrsaal hinein sondern pendeln erst einmal ihren Sitz aus. Und wenn der nicht passt, wird er eben “entstört”. Einer von denen, ich saß in der letzten Reiher und er etwa 5 Reihen vor mir, entstörte seinen Platz mit irgendeinem Kästchen, welches er neben mir an der Wand niederlegte. Natürlich ging er einige Mal hin und her, um die Entstörwirkung dieses Kästchens auf seinen Platz zu überprüfen, und korrigierte die Kästchenlage. Dann war ungefähr eine hlabe Stunde Ruhe. Der Pendler hörte sich aufmerksam den Vortrag an.

    Dann verrutschte ich das Kästchen, welches er vorher sorgfältig positioniert hatte, um vielleicht 1 cm und einer kleinen Drehung von vielleicht 5°. Schließlich hatte ich vorher gesehen, auf welch feine Positionskorrekturen der Pendler offensichtlich noch reagierte.

    Es dauerte keine halbe Minute, da stand der Pendler auf, kam zu mir und rückte das Kästchen wieder in die richtige Position!

    Ich mußte mich wirklich beherrschen, um nicht wie ein ertappter Schuljunge rot anzulaufen.

    Die Lehrgangsteilnehmerzusammensetzung war gemischt. Dies ging vom Bauarbeiter bis Akademiker, viele Ärzte waren auch darunter. Andererseits konnte man diesen Leuten auch den größten aus dem Stegreif phantasierten Blödsinn erzählen. Es wurde geglaubt und man hatte eine “Erklärung” dafür an der Hand.

    Eine weitere Situation war interessant. Es ging um Tiefmutungen von irgendwelchen Wasserquellen. Ich stand vielleicht 15m abseits von einer kleinen 5 Manngruppe, welche sich fast die Köpfe einschlugen, ob die Wasserader nun in 12 m oder 13 m Tiefe floss und der Wasserfluß 150 oder 190 ltr/s war. Dazu wurden die verschiedesten Techniken angewandt bis zum freien “Muten” ohne jegliche Hilfsmittel. Erstaunlich an der Szene war, wie unglaublich ernsthaft um diese völlig unsichtbare Phänomen diskutiert wurde. Dann bemerkte man mich und bat mich, mich etwas zu entfernen. Drei Minuten später war eine alle zufriedende Einigung erzielt. Ich war offensichtlich ein Störfaktor.

    Auch noch ein anderer Test ist mir in Erinnerung geblieben. Ein großes Areal war von unterirdischen Gängen durchzogen und die Aufgabe bestand, die Lage, Tiefe und Abmessungen der künstlichen Gänge in eine Karte einzutragen. Von oben war absolut nichts zu sehen. Das Gelände war schätzungsweise 2 Hektar groß.

    Abends war dann die Auswertung, Vergleich mit einer “offiziellen” Karte. Hier war tatsächlich ein Lehrgangsteilnehmer dabei, der die rund 10 Gänge, kreuz und quer verlaufend, korrekt ermittlet hatte. Andere hatten auch brauchbare Ergebnisse, aber nicht vollständig und nicht in dieser Präzision. Gut, ich dachte mir dabei auch, ein eingeschleuster Teilnehmer könnte zur Anhebung der Moral nützlich sein.

    Meine Beobachtungen waren also gemischt, teilweise erklärlich, teilweise doch überraschend.

    Ich habe mir nun noch nicht diese Videos angesehen. Aber aufgrund meiner damaligen Erfahrungen (ich hatte nicht ein einziges Mal eine Wünschelrute in der Hand), kann ich mir durchaus vorstellen, daß bei einem “üblichen” Test diese Leute versagen könnten.

    Physikalisch objektiv betrachtet könnte diese Rutengängerei durchaus funktionieren. Der Mensch ist eben nicht nur ein eindimensionales Meßgerät sondern kann viele Signale gleichzeitig sensieren, filtern und verarbeiten. Man denke nur an ein Stimmengewirr, wo man dennoch in der Lage sein kann, ein Gespräch zu verfolgen. Keinem Computer könnte dies gelingen. Einem Bodenradar glauben wir schließlich auch. Weshalb sollen bestimmte Menschen nicht sinnlich so sensibel sein, daß sie bereits im Normalzustand feinste Signale noch unterscheiden und deuten können?

    Welche physikalischen Erklärungen für dieses Phänomen abgegeben wird, so es existiert, spielt für das Vorhandensein des Effekts gar keine Rolle. Völlig unbestreitbare Tatsache ist, *daß* ein Effekt vorhanden sein muß. Die Umgebung wird durch jede Anormalie in signifikanter Weise beeinflußt, welche zumindest theoretisch nachweisbar wäre. Ein noch nicht degeneriertes Supermeßgerät “Mensch” könnte durchaus in der Lage sein, daraus Nutzen ziehen zu können.

    Seit Jahrtausenden werden Wünschelrutengänger offensichtlich erfolgreich eingesetzt. Natürlich könnte man einwenden, wenn man nur tief genug bohrt, wird man immer auf Wasser stoßen. So verhält es sich aber nicht. Diese Wassersucher suchen genau diejenigen Stellen heraus, wo mit geringem Aufwand Wasser gefunden wird. Sie sagen auch die Tiefe und die Ergiebigkeit voraus.

  14. Joerg Says:

    @anne
    danke für die Erzählungen, ist durchaus interessant zu lesen.
    Ansonsten: Schau dir die verlinkten Videos an: solche Tests wurden schon zu tausenden gemacht und – die Testpersonen waren mit den Testbedingungen einverstanden und sind bis zur Auswertung immer 100 % überzeugt den Test bestanden zu haben!

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