Warum sich Atheisten so sicher sind

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Warum sich Atheisten so sicher sind

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Religion gibt es so gut wie überall, seit Jahrtausenden. Und die Gläubigen sind sich ihrer Sache meistens ziemlich sicher.

Aber seit man die Atheisten nicht mehr dauernd foltert und umbringt, werden die immer mehr – und sie sind sich genau so sicher wie die gläubigsten unter den Gläubigen. Was gelegentlich zu dem Irrtum führt , Atheismus sei auch nur eine Religion.

Atheisten sind sich so sicher, weil die Frage, ob es einen Gott gibt, extrem einfach zu beantworten ist. Dafür ist nur ein neutraler Blick auf die Welt, die Geschichte und auf die Religionen notwendig. Wer den hat, erkennt sehr schnell, dass es keinen Gott gibt.

Wie, was, behauptet der gerade Atheisten sind neutral und objektiv?! Arrogante Sau!

Nein, natürlich nicht. Es ist anders herum. Wer, aus welchen Gründen auch immer, in der Lage ist, die Frage nach Gott neutral zu betrachten, wird zwangsläufig Atheist.

Und zwar unabhängig von seiner Intelligenz. Religionen sind so absurd, die Annahme bestimmter Götter so lächerlich, dass das absolut jeder durchschaut, der sich der Frage auch nur halbwegs neutral nähern kann.

Ich gebe zu, das ist Spekulation, die aus meiner Sicht jedoch einiges erklärt. Denn andersrum heißt das auch, dass Religiosität nichts mit Intelligenz zu tun hat. Sehr intelligente Menschen können gläubig sein, weil sie die Frage nicht neutral angehen können. Und ziemliche Idioten können Atheisten sein, weil für die Kernfrage nicht viel Intelligenz notwendig ist. Noch einmal ganz wichtig: Die neutrale Sicht führt zum Atheismus, nicht Atheisten sind objektiv.

Und noch etwas Wichtiges: So wie es derzeit aussieht, können wir uns Atheisten mit dieser Fähigkeit nicht brüsten, denn sie ist kein Verdienst, keine Folge unserer Vernunft. Es gibt Hinweise, dass die Chance sich die Gottesfrage neutral anzuschauen, einigermaßen genetisch veranlagt ist – Religiosität  ist quasi ein Persönlichkeitsmerkmal für das wir gleich wenig können wie für unsere sexuelle Orientierung.

Ich bin also nicht Atheist weil ich klüger bin oder mir knallhart Objektivität erarbeitet habe, sondern weil ich aufgrund meiner Persönlichkeitsstruktur die Frage ergebnisoffen mit halbwegs neutralem Blick angehen konnte. 

Und dann kann man nur Atheist werden, weil der ganze Wunderkram, die unsinnigen Regeln, die historische Entwicklung und die komischen Kopfbedeckungen einem gar keine andere Wahl lassen.

Atheisten sind sich also so sicher, weil sie Recht haben. Aber einbilden müssen sie sich nichts darauf.

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