Wahlplakatpolemik

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Wahlplakatpolemik

Kleine Ausfälligkeit meinerseits, emotional inspiriert, größtenteils frei von Argumenten 😉

Wieso Baba-Moschee-Partei?

Wien als Nr. 2

Lebenswert

Text:

In Wien ist Wahlkampf und wäre ich Politblogger, gäbe es genug Anlass sich auszulassen. Bin ich aber nicht, dennoch veranlasst mich dieses Plakat zu einer kurzen Polemik.

Nicht weil es von der Baba-Moschee- Partei ist, nein, es geht einzig um das Wort Sicherheit.

Sicherheit? Es gibt ernsthaft noch Menschen, die sich damit ködern lassen? Hat es sich denn noch nicht herumgesprochen, dass mehr Sicherheit immer gleichbedeutend ist mit weniger Freiheit?

Mag ja sein, dass es auch auf dem Gebiet der Sicherheit auch in Wien noch was zu verbessern gibt – aber das als generelle Forderung?

Daher ein Vorschlag an all die Paranoiker da draußen: Grabt euch doch einen Bunker und kommt einfach nicht mehr raus! Ihr verbessert damit für alle die Lebensqualität – für euch selbst, weil euch nicht mehr zu Tode fürchten müsst und für alle anderen, weil wir dann die Chance haben, das Pendel wieder einen Hauch mehr Richtung Freiheit schwingen zu lassen.

Baupläne für häusliche kleine Bunker besorgt ihnen sicher die Sicherheitspartei ihres Vertrauens!

7 Responses to “Wahlplakatpolemik”

  1. mathi-As Says:

    jaaa! Grabt euch ganz viele Bunker! Ist zwar nicht so umweltgerecht, weil irgendwann muß man das ja dann auch wegräumen, wegen der Verschmutzung von Trinkwasser und Seuchengefahr, aber wenn die Bunker schon am rechten Platz gegraben werden, in Deponienähe zum Beispiel, wäre das perfekt!

  2. DerEsoteriker Says:

    Dahinter verbirgt sich eine andere Absicht, weil im Umkehrschluss es unsinnig bedeuten würde andere Parteien in Österreich hätten weniger bis kein Interesse an öffentlicher Sicherheit.

    Gehöre selbst seit 9 Jahren zu den Nichtwählern. Bin damit nicht allein; rund 30 % der Deutschen gehen nicht mehr zu Wahlen – Tendenz steigend. Sarrazin meint eigentlich sind wir, die Nichtwähler, stärkste politische Macht …

  3. diewahrheit.at » Blog Archive » Mareks Wahlkampfballon Says:

    […] Wahlplakatpolemik […]

  4. geli Says:

    warum ist bitte ein mehr an sicherheit mit einem weniger an freiheit geknüpft???

    bitte mir das zu erklären……

  5. Joerg Says:

    Sicherheit gewinnt man beinahe ausschließlich durch Reduktion von Möglichkeiten – weniger Möglichkeiten -> weniger Freiheiten. Beliebig verlängerbare Beispielliste:
    Gelenkschützer schränken die Bewegungsfreiheit ein, Überwachung schränkt die Persönlichkeitsrechte ein, Grenzkontrollen schränken die Reisefreiheit ein, Sicherheitsmaßnahmen sind ein Aufwand und schränken so schon mal die Lebensqualität ein (oder lassen Sie sich gerne durchsuchen?).
    Somit muss man immer abwägen: Lohnt sich die Sicherheitsmaßnahme oder ist die dafür notwendige Freiheitseinschränkung zu groß?

  6. Pedalritter Says:

    Sicherheit vs. Freiheit
    @geli: Mich erstaunt immer wieder, dass sehr viele Menschen diese simple Tatsache nicht sehen. Schwierig wird die Diskussion einmal mehr dadurch, dass es auch hier keine Absolutpositionen zu besetzen gibt: Niemand wird ernsthaft für pure Freiheit im Sinne absoluter Handlungsfreiheit für Jedermann argumentieren (Rechtsfreier Raum >Regellosigkeit> Anarchie). Und (fast) niemand wird für eine 100% autoritäre Polizeigesellschaft argumentieren, wo jedwede Handlung des Einzelnen vom Kollektiv abgesegnet sein muss. Das heißt, es ist immer ein mehr/weniger, die Bandbreite zwischen den Extremen ein Kontinuum, auf der man eine Position besetzt. Diese Position wird definiert vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis und dem persönlichen Freiheitsdrang. Und als Gesellschaft definiert sich dieser Punkt in einer Demokratie (theoretisch) über den Durchschnittswert in der Population. Je ängstlicher eine Population, desto eher nimmt sie Eingriffe in ihre persönliche Freiheit hin, um dafür vor (realen oder eingebildeten) Gefahren geschützt zu werden. Bilderbuchartig vorgelebt vom Amerika der Bush-Ära.

    Wenn man nun ein Individuum ist, das bereit ist, mehr Risiko zu akzeptieren, um weniger Vorschriften gehorchen zu müssen, fühlt man sich recht leicht als Gefangener im goldenen Käfig.
    Man kann sehr simple Alltagssituationen als Beispiele heranziehen, wie etwa öffentlichen Verkehr: Mit dem Hinweis auf sinkende Unfallzahlen, kann man absolut ALLES rechtfertigen: Ich fahre viel und schnell Fahrrad in Wien. Das ist definitiv gefährlich. Man diskutiert Nummerntafeln für Fahrräder. Helmpflicht für Fahrräder. Diverse zusätzliche Sicherheitsausrüstung für Fahrräder. Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrräder. All diese Dinge würden definitiv Leben retten, das bezweifle ich gar nicht. Aber ICH würde auswandern.

    • Warum darf man auf der Donauinsel nicht mit Standgriller grillen, wo man will? Feuergefahr? Lächerlich. Es geht um Kontrolle. Man will wissen, wo die Bürger feiern und sich betrinken.
    • Warum wird mir vorgeschrieben, Helm zu tragen und mich anzuschnallen? Ich persönliche würde niemals ohne Helm Motorrad fahren und selbstverständlich schnalle ich mich im Auto an. Sogar hinten. Aber ich würde es vorziehen, diese Entscheidung selbst zu treffen.
    • Höflicherweise frage ich persönlich einen Menschen, bevor ich ihn fotografiere. Warum muss ich es dann akzeptieren, permanent im öffentlichen Raum aus jedem Winkel gefilmt zu werden? Ich würde es definitiv vorziehen, unbeobachtet in der Nase zu bohren oder mich am Hintern zu kratzen.

    Das ließe sich ewig fortsetzen. Ich akzeptiere, dass manche Menschen ängstlicher sind als ich. Und ich bin bereit, mir BIS ZU EINEM GEWISSEN GRAD in meine Handlungen drein reden zu lassen, um auf die Angst anderer einzugehen. Aber ich denke auch, dass durch vielfältige Mechanismen Angst und Sicherheitsbedürfnis in unserer Gesellschaft inzwischen geradezu bizarre Züge annehmen, und wir die Grenze zur Paranoia gelegentlich weit hinter uns lassen.
    JA, ich bin bereit, mit meinem- UND dem Leben meiner Mitmenschen zu spielen, wenn die Chancen entsprechend gut sind! 😉 (Gestehe aber dasselbe Recht im Interesse der Freiheit auch jedem anderen zu)

  7. Joerg Says:

    sehr schön dargestellt – und sehr passend zum nicname ;-). Ich gehöre ja zu denen, die gelegentlich ganz gerne auf den Motorradhelm verzichten würden, aber gleichzeitig gehöre ich auch zu denen, denen der Helm vermutlich schon das Leben gerettet hat. Es ist eben nicht einmal im persönlichen Bereich einfach, das richtige Maß zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden…

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