Der unsichtbare Freund

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Der unsichtbare Freund

Warum wir an Gott glauben. Inspiriert von Andy Thomson.

Wahrscheinlich der erste Teil einer Reihe von Religionsvideos.

Text:

Miteinander reden – das macht uns zu Menschen. Und das ist es auch, was uns zu religiösen Wesen macht. Wir reden nämlich nicht nur mit unserem Gegenüber. Wir reden mit allem, wir schimpfen den Computer, beleidigen unsere Mobiltelefone und süßholzraspeln zu unseren Fahrzeugen. (alles im Bild tun – schnelle Schnitte)

Wir reden nicht nur, wir treten in herbeifantasierte Beziehungen. dafür hat unser Hirn ein Simualtionsmatrix.

Wir können in unserem Kopf Sachen ausprobieren ohne sie wirklich auszuprobieren. Konrad Lorenz beschrieb dies als „Handeln im vorgestellten Raum.“ – das gilt auch für Sozialkontakte. Wir gehen Gespräche geistig durch, bevor wir sie führen, wir stellen uns dem Spiegel vor, bevor wir uns dem Blinddate vorstellen. Damit wir es dann im richtigen Leben richtig machen.

Religion ist ein Abfallprodukt unserer Fähigkeit, uns soziale Welten vorstellen zu können. Religion wird im Gehirn gleich verarbeitet wie alle sozialen und emotionalen Themen, die gleichen Areale machen mit religösem Input das Gleiche wie mit anderem sozialen Input. Das ist es, was unsere Gottheiten so menschlich macht. Details dazu im Video von Dr. Andy Thomson 

Wir reden mit Leuten die nicht da sind, wir stellen uns vor, wie andere sich unterhalten. Das ist für uns entscheidend, es ist ein wesentlicher Bestandteil unseres komplexen Soziallebens. Und vom Gespräch mit nicht Anwesenden ist es kein weiter Weg zum Gebet, dem Gespräch mit einem Fantasiewesen.

8 Responses to “Der unsichtbare Freund”

  1. rolak Says:

    Schon verkauft 😉

  2. Joerg Says:

    Danke 🙂

  3. helfgott Says:

    Freundschaft? Von welcher Religion spricht dieser Dr. Thomson eigentlich? Es handelt sich selbstverständlich um ein Machtverhältnis! Gott ist es, der dem Menschen einen Anteil seiner Macht verleiht – aber nur wenn der Mensch dem allmächtigen Gott gefällt, gehorcht, dient und ihn lobt und preist. Wer einen imaginären Freund sucht, soll sich an Harvey wenden.

  4. mathi-As Says:

    Beziehungen zu Wesen die es gar nicht gibt sind zum Teil eh konfliktfreier als die anderen. Und wenn nicht konfliktfreier dann ist es halt ein Selbererkenntnis- bzw Auseinandersetzungsprozess, auch gut.

  5. Joerg Says:

    ich hoffe es ist nicht so rübergekommen, als ob ich etwas gegen unsichtbare Freunde hätte. Einige meiner besten Freunde sind unsichtbar 😉

  6. Joerg Says:

    @helfgott Lass dich vom Titel nicht irritieren, das Hirn kann jede Form von Beziehung simulieren, es muss absolut nicht freundschaftlich sein, es kann sich auch eine Beziehung zu einem tyrannischen Übervater konstruieren.

  7. rolak Says:

    …außerdem gibt es ja noch den (auch hier passenden) alten Spruch: “Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr”.

    Auch wenn die eingebildete Realität noch so gruselig ist (z.B. die Eigenwelten von Psychopathen), es wird in vielen Fällen durchaus als angenehmer empfunden dort in den bekannten Strukturen zu verweilen als ins unbekannte Neue zu wechseln.

  8. Sina Says:

    Tolle versuche den Leuten auszureden, was zukünftig immer mehr wahrgenommen wird. Das tolle ist, wenn ich von etwas überzeugt bin, könnte ich auch frei sprechen. Und muss nicht nach fast jedem Satz ein Schnitt im Video machen…um mir den nächsten Satz zurechtzulegen, damit mein Vortrag auch schön “flüssig” rüberkommt… Bei mir zieht das nicht. Toller Versuch, Staatsmann!

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