Das Geheimnis von Essen und Sex

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Das Geheimnis von Essen und Sex

Essen wird total intensiv diskutiert- was ist am gesündesten, noch dazu oft unter dem Motto “was ist am natürlichsten”. Ist der Mensch von Natur aus Fleischfresser, Vegetarier, wieviel Rohkost soll es sein, wie viel Fett? Und welches?

Ähnliche Diskussionen gibt es über unser Paarungsystem: was ist natürlich, was funktioniert am Besten? Sind wir monogam oder promiskuitiv und omnisexuell?

Und natürlich hat da die Forschung schon ein paar interessante Dinge herausgefunden: So liefert beispielsweise die Hodengröße Hinweise auf das Paarungssystem – also nicht meine, sondern die durchschnittliche Hodengröße einer Art. Gorillas haben winzige Hoden – und übrigens auch winzige Penisse – und zwar weil es bei ihnen ganz klar ein dominantes Männchen in der Gruppe gibt, den berühmten Silberrücken. Er hat keine Konkurrenz zu fürchten, er muss daher nicht viele Spermien produzieren. Bei den Bonobos, den Zwergschimpansen, ist das anders. Da hat dauernd jeder mit jedem Sex. Ein Teil des Konkurrenzkampfes zwischen den Männchen findet also quasi im Körper der Weibchen statt, wo sich das Sperma mehrerer Männchen darum streitet, wer denn jetzt die Eizelle befruchten darf. Unter solchen Bedingungen ist es sinnvoll mit großen Hoden viel Sperma zu produzieren.

Der Mensch hängt da mit seinen Hoden in der Mitte: Von dem her wäre er also weder ein konkurrenzloser Pascha oder super streng monogam, noch hätte er ein “jeder mit jedem-System”.

Es gibt noch ein paar andere Hinweise aus der Wissenschaft, die auf serielle Monogamie hindeuten, also auf mittelfristige Zweierbeziehungen, aber ist es das wirklich? Ich glaube nicht.

Und beim Essen? Auch das lässt sich wissenschaftlich diskutieren: Unser Darm ist bei weitem nicht so kurz wie der von reinen Fleischfressern, aber natürlich auch nicht so ewig lang wie bei Grasfressern. Und unsere Zähne sind für echte Jagdtiere jämmerlich, aber reine Samen- und Nussfresser hätten auch andere Beißerchen. Liegen wir also auch hier ganz einfach zwischen den Extremen? Ich glaube schon wieder nicht.

Sowohl bei der Nahrung als auch beim Paarungssystem hat der Mensch das gleiche Erfolgsgeheimnis: wir sind vielseitig und können alles sein, was zum Erfolg führt. Weder beim Essen noch bei den Paarungsystemen haben  wir uns spezialisiert, sondern machen einfach, was gerade am besten funktioniert. Eben weil uns da unsere Biologie keine strenge Regel vorsetzt, sind wir so unglaublich erfolgreich gewesen. Und vielleicht gibt es auch diese Kulturkämpfe und Religionen darum, wie wir richtig essen und uns paaren sollen, gerade deshalb, weil es uns eben nicht vorgegeben ist. Wir können einfach machen was in der gerade zu besetzenden ökologischen Nische funktioniert.

So viel Freiheit und so viele Idioten, die uns was vorschreiben wollen.

One Response to “Das Geheimnis von Essen und Sex”

  1. rolak Says:

    jezzma ganz was anderes: Beim täglichen ‘Inspizieren’ der Übersichtsseite dauert es jedesmal ein gefühlt grotesk langes Sekündchen, bis bei der Bilderkennung die Innenwelt bei ‘Silberrücken’ einrastet. Davor wird verzweifelt versucht zu ergründen, was es ist, warum dieses Pony, dieser Esel etc pp so merkwürdig aussieht..

    Herrlich schräg.

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