Veganer und der Wert des Lebens

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Veganer und der Wert des Lebens

Text:

Wie lange muss ein Leben dauern, damit es ein lebenswertes Leben war? Wie viel Leid darf es maximal enthalten und wie viel Schönes muss mindestens
erlebt werden?
Wenn ich morgen sterbe, wäre mein Leid/Freude-Verhältnis dann gut genug – gut genug um zu sagen: Das war besser als wenn ich nie existiert hätte?
Tatsache ist, dass jedes Leben endet und jedes Leben ein gewisses Maß an Leid enthält. Trotzdem sind die meisten von uns im Großen und Ganzen ziemlich „Pro Life“.  Und jetzt komme ich zu den Veganern.
Veganismus kann – richtig gemacht- gesund sein, erspart wahrscheinlich einigen Tieren den Tod und ist aus meiner Sicht als individuelle Entscheidung eine ganz tolle Sache.
Als gesellschaftliche Vorgabe halte ich ihn jedoch für ungeeignet. Veganismus verzichtet darauf, Tiere zu nutzen. Und ja, es müssten dann viel weniger Tiere sterben – es würden aber auch viel weniger Tiere
leben. Veganismus wäre der Untergang zahlreicher Haustierrassen, Milliarden an Tieren würden gar nicht erst existieren. Und damit sind wir bei der Eingangsfrage: Ist nicht existieren besser als das
Leben eines Nutztiers?
Für mich ist die Antwort auf diese Frage ein klares Nein: Wenn Leben etwas wert ist, ist es mehr wert als Nicht-Existenz. Wenn wir Nutztiere nicht nutzen, sterben sie aus.
Ist damit jede Existenz, jede Art der Tierhaltung, besser als Nicht-Existenz: Sicher nicht. Was wir in der Massentierhaltung aufführen ist katastrophal und es wäre sicher ethischer, wenn hier auf einige Existenzen verzichtet werden würde, um die restlichen lohnender zu gestalten. „Ja aber, dann wird Fleisch ein Luxusprodukt für Reiche“ – das Argument wurde tatsächlich mal an mich herangetragen, ausgerechnet von skeptischer Seite –
Na und? Fleisch ist nicht das Problem, billiges Fleisch ist das Problem: Es führt zu lebensunwürdigem Leben für die Tiere und zu schwachsinnig hohem Fleischkonsum. Weniger und dafür besseres Fleisch ist ein Win-win für alle Seiten. Es gibt kein Menschenrecht auf billiges Fleisch und absolut niemand braucht billiges Fleisch. Wir fressen es in Massen, weil es da ist, anstatt in Maßen, weil es gut ist.
Die Entscheidung, ob ein Leben lebenswert ist, treffen wir für unsere Mitlebewesen –  Massentierhaltung ist meines Erachtens ein dämliche Art diese Entscheidung zu treffen, aber Veganismus ist hier die radikalste Variante – und die lebensfeindlichste.

 

Fotos (cc):

Irmgard (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Simmentaler_Fleckvieh.jpg)

Michael Schmid (http://de.wikipedia.org/wiki/Alm_(Bergweide)#/media/File:Täschalpe_(Wallis)_mit_Kuh.jpg)

 

19 Responses to “Veganer und der Wert des Lebens”

  1. rolak Says:

    Veganismus wäre der Untergang zahlreicher Haustierrassen

    hmmmm, da halte ich es mal mit Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber in der Praxis ist die gefühlte Haustierdichte bei Vegetariern/Veganern deutlich höher als beim Rest. Diesen Eindruck verstärkend kommt dazu der bei jedem Ansprechen des Themas in betroffenen Kreisen geradezu entgleisende Gesichtsausdruck (als hätte ich wem ans Bein gepinkelt), typischerweise gefolgt von einem DemonstrationsVersuch in kognitiver Dissonanz.

    Fleisch ist nicht das Problem, billiges Fleisch ist das Problem

    Schön zusammengefaßt, wobei ‘billig’ ruhig deutlicher gemacht werden kann ‘auf Teufel komm raus Ausgaben kürzen auf Kosten der Tiere, der Angestellten und der ganzen Gesellschaft (Umweltschäden im weiteren Sinne)’. Doch zugegeben, ‘billig’ klingt deutlich kompakter…

  2. Jörg W. Says:

    @rolak ich freu mich so, wieder mal einen Kommentar von dir zu haben, dass ich mich fast nicht antworten trau 😉
    Ja, Veganer haben auch Haustiere, aber in den seltensten Fällen hunderte Rinder, Schweine und Schafe.
    Das “billig” ist wirklich die Kurzfassung, da gäbe es auch durchaus illustratives Bildmaterial. Und wie es menschlichen Arbeitskräften bei der optimierten Verarbeitung geht ist ja auch noch mal ein grösseres Thema.

  3. rolak Says:

    Danke, Jörg! Doch das mit den Hemmungen bitte nicht einreißen lassen, sondern die langsame Methode wählen: abbauen 😉
    Hat heute übrigens etwas gedauert, bis mir auffiel, warum der erste clip in der Übersicht auf einmal so eine schlechte Wertung hatte…

    in den seltensten Fällen hunderte

    Mit Sicherheit nicht, d’accord, ging mir auch mehr um Haus- als um Nutztiere¹ – doch immerhin wird (überwiegend) das gefüttert, was nur deswegen so günstig ist, weil es die für Menschen nicht so sehr geeigneten (durchaus auch unbeliebten) Anteile der Schlachtung von eben jenen hunderten…
    Mit interessanten Aspekten, warum zB ist das wg (möglicher) ExtremKeimBelastung für menschlichen Verzehr verbotene Stichfleisch als Tierfutter zulässig? Werden die Tiere wohl besser abkönnen, aber als (gedachter) Haustierhalter wäre mir dabei ziemlich mulmig — doch einiges aus der BARFerie ist hier eh für die nächste Zeit zum Test vorgesehen, wie die heilige Koinzidenz es will.

    _____
    ¹ zugegeben, die Grenzen sind schwammig, die einen irgendwie auch mit Nutzung, die anderen auch irgendwie im Haus.

  4. Feuerkatze Says:

    Guten Tag Herr Wipplinger,

    genau die Meinung, um von allen Seiten Schläge zu bekommen. Sehr mutig von Ihnen. Ich denke aber, dass Sie hier schon richtig liegen.

  5. Joerg Says:

    Danke 🙂
    Wenn man sich regelmäßig mit Esoterik auseinandersetzt, gewöhnt man sich an Schläge von allen Seiten 😉

  6. Dave Says:

    Sehr schön differenziert betrachtet und dennoch ein klares Statement! Danke!

  7. Thomas Einfach Mensch Says:

    Jetzt mal im Ernst! Täglich rottet der Mensch dutzende von Rassen aus. Vor allem auch durch den Anbau von Gensoja als Tierfutter, im Amazonas!
    Und dann macht man sich jetzt Sorgen, um das Aussterben von Kuh, Schwein und Hühner, nur weil sie derartig herangezüchtet wurden, um ein Abfallprodukt zu werden?

    Die Menschheit erzeugt für 12 Milliarden Menschen Lebensmittel, wovon die Hälfte weggeworfen wird und 1 Milliarde hungert. Würde der Fleischkonsum wieder auf den “Sonntagsbraten” reduziert, hätten wir Lebensmittel für 40 Milliarden Menschen und das absolut ohne Probleme ohne weiterhin irgendwas auf dem Planeten kaputt machen und dabei zu hungern.

    Und obwohl ich immer noch sporadischer Fleischesser bin, vielleicht alle 3 bis 4 Monate, wäre Veganismus, die einzige wirklich logische Lösung, um der gesamten Menschheit ihren Hunger zu stillen und sogar noch viel mehr zu ernähren.

    Carniforen sind dumm, denn sie zerstören mit ihren gigantischen Fleischkonsum den Planeten. Der Fleischkonsum steigt und steigt. Und nicht nur das. Wir erreichen bald den Punkt, wo es keinen essbaren Fisch mehr geben wird und was dann? Giftigen gezüchteten Seelachs? Aus Abfall geklebtes Fleisch? Insekten? Algen?

    Nicht aus Mitleid zu den Nutztieren, sollte man Veganer werden, sondern aus Mitleid zu sich selbst. Schon alleine seiner Gesundheit wegen.

  8. Björn Says:

    Thomas einfach Mensch, super!
    Und zu dir Jörg, ist das wirklich dein Ernst? Veganer sind lebensfeindlich? Ich bin auf Weg zu einer vegetarischen Ernährung, werde auch wohl nie Veganer. Doch zu behaupten Veganismus ist die lebensfeindlichste Entscheidung ob ein Leben lebenswert ist, das ist doch keine Wahrheit. Die Argumentation ist eine in sich geschlossene Logik und endet in einem Trugschluss.

  9. Niki Says:

    Heiliger Bimbam,
    ich frage mich, warum Kommentare dieser sachlichkeitsfernen Intestinal-Heuristiker prinzipiell auch noch derart räudig geschrieben sein müssen! Nicht nur, dass inhaltlich jede logische Stringenz fehlt, es reicht scheinbar nicht einmal für einen grammatikalisch halbwegs korrekten Satz.

    “Doch zu behaupten Veganismus ist die lebensfeindlichste Entscheidung ob ein Leben lebenswert ist, das ist doch keine Wahrheit.”

    Ähm…wie bitte? Ob es in diesen Köpfen einfach derart systematikbefreit und unkoordiniert zugeht, dass nur solche seltsamen Hand-und Fuß-losen Satzwracks heraus kommen können? Nachdem man nur so klar denken kann, wie man zu formulieren im Stande ist, ist es kein Wunder, dass man bei so einem Schmarrn gar nicht weiß, wo man mit einer sachlichen Richtigstellung anfangen soll.
    Somit belasse ich es diesmal dabei, mich laut zu wundern.

    Gebenedeiht,
    Niki

  10. Jörg W. Says:

    @Niki es gibt einige Kommentare unter dem Video zu den Kristallkindern zu denen dein Kommentar fast noch besser passen würde. Große Verwirrnis.

  11. Holger Says:

    @Niki: das passiert, wenn der durch den Veganismus bedingte B12-Mangel das Hirn schon beträchtlich angegriffen hat 😉 (das passiert tatsächlich – auch wenn die das immer nicht glauben wollen – ich bin ohne Veganismus zu einem B12-Mangel gekommen und habe zwar keine Gehirnschäden, die auch drin gewesen wären, davon getragen, aber immerhin bleibende Nervenschäden).

    Ansonsten fehlt in der ganzen Betrachtung noch ein Aspekt: als Mensch kann man nicht leben, ohne Tiere zu töten oder töten zu lassen – und bei Ernährung von Pflanzen ist für mich durchaus ein ethisches Dilemma, dass der Mensch beim Anbau von Pflanzen viele “Essenskonkurrenten” einfach tötet und als Abfall(!!!) entsorgt – von der Blattlaus, Raupen (+ entsprechenden Faltern, u.a. Schmetterlinge), Käferlarven über Ratten, Mäuse und Wühlmäuse bis zum Kaninchen und Hamster. Und darüber zu entscheiden, welches Leben nun lebenswerter ist: das der Haustiere, die einen “Niedlichkeitsfaktor” haben, weil durch die Domestizierung es immer zu einem auch beim adulten Tier erhaltenen Kindchenschema kommt – da gibt es entsprechende Untersuchungen aus neuerer Zeit, muss ich ggf. noch mal nachsuchen – oder das der nicht so niedlichen Blattläuse, Wanzen, Käfer, Ratten… – das finde ich wahrhaft vermessen. Ein extensiv gehaltenes Rind kann da in Summe unendlich viel weniger Tierleid bedeuten, wenn es getötet und gegessen wird, als ein Leben von Grünzeug.

  12. Jörg W. Says:

    @Holger
    schön, ich fühle mich verstanden 🙂
    Dein Zusatzaspekt hätte irgendwann noch ein eigenes Video werden sollen, mal sehen, wann es wieder mal eines gibt.

  13. Holger Says:

    War mir auch immer noch dazu einfällt: es ist ja nicht nur das Essen des Menschen, was den Tod für viele Tiere bedeutet. Nahezu alles (oder einfach: alles?) was der Mensch so tut, hat als Nebenfolge den Tod von Tieren im Gepäck: ein einfacher Hausbau tötet jede Menge Tiere – allein beim Ausheben der Baugrube, von der Beschaffung der Baumaterialien ganz zu schweigen, die Nutzung von Energie praktisch jedweder Form (Windkraftanlagen töten nunmal Vögel und unendliche Mengen von Insekten, Wasserkraftanlagen Fische und anderes Wassergetier,…), jeder Transport von irgendetwas (natürlich auch von Lebensmitteln) tötet Tiere, der Tantal-Abbau für Rohstoffe für miniaturisierte Elektronik (Smartphones, Tablets) gräbt Gorillas den Lebensraum ab, der Palmölanbau bedrängt verschiedene Affenarte – allen voran in Indonesien die Orang Utans (womit wir u.a. wieder bei Lebensmitteln wären, aber auch Waschmittel, Putzmittel etc. werden daraus gemacht) – und, soweit ich weiß, werden dort sogar Orang Utans teilweise als Konkurrenten nicht nur verdrängt und vertrieben, sondern sogar aktiv getötet. Für Medikamenten-Tests gibt es wohl auch kaum freiwillige Menschen, die in den ersten Stufen einer Medikamentenentwicklung sich als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen – da geht nämlich häufig auch etwas total schief. Alles Dinge, bei denen alle mir bekannten Veganer kräftig beide Augen zudrücken. Der einzige Weg kann doch für den Menschen nur sein, Tierleid zu minimieren – alles andere ist nur das Leben in einer rosaroten Scheinwelt.

  14. Björn Says:

    http://www.worldometers.info

  15. Fleischesser Says:

    @Jörg:
    Obwohl ich Deinen Standpunkt sympatisch und dieses neue Argument in der Diskussion sehr interessant finde, stören mich daran doch zwei Punkte:
    1. Es setzt voraus, dass sich die für Menschen allgemein akzeptierte Ethik (eben nicht nach lebens- oder lebensun-wertem Leben zu unterscheiden) auch auf Tiere übertragen lässt. Diese Argumentation ist clever, da wohl gerade viele Veganer auch der Ansicht sein dürften, dass den Tieren mehr Rechte zukommen sollten. Auf der anderen Seite ist es wohl schwer zu beründen, warum Nutztiere zwar kein Recht auf Leben haben sollten, dafür aber das Recht nicht auszusterben.
    2. Was würdest Du davon halten, wenn Tierzüchter Dein Argument zur Rechtfertigung von Qualzucht verwenden würden? Denn schliesslich würden die permanent leidenden Haustierrassen die aus Qualzucht entstanden sind ja auch aussterben, wenn die Qualzucht verboten wird.

  16. Jörg W. Says:

    @Fleischesser
    “Recht” ist hier nicht der richtige Begriff, glaube ich; was beide deiner Punkte betrifft. Zur Debatte stelle ich ein Abwägen der Werte – wie lebenswert ist ein Leben? Ob wir daraus Rechte ableiten ist eine andere Debatte. Wobei mir das mit dem Erhalten der Rassen /Arten (auch Stoff für eine Debatte) nicht der Punkt ist, sondern nur für die aufsummierten Einzelleben steht. Diese Abwägung kann man selbstverständlich auch für Qualzuchten machen. Wobei da dann schon noch andere Aspekte dazu kommen….

  17. kundentests.com Says:

    Hallo,

    ich finde es auch absolut abartig wie viel Fleisch wir Menschen essen. Die Massentierhaltung sollte verboten oder zumindest besser kontrolliert werden. Und jeder, der Fleisch isst, sollte sich bewusst machen, unter welchen furchtbaren Umständen die Tiere leben müssen, die wir einmal essen werden.
    Veganismus ist für mich auch zu krass. Ganz verzichten wollte ich auch nicht. Aber weniger ist in diesem Falle definitiv mehr!

  18. abschlussarbeit schreiben lassen Says:

    Ich bin nicht gegen Fleisch essen, aber man muss immer gut nachdenken, was du machst, Fleisch essen ist nicht immer lebenswichtig , man kann zeit zur zeit irgendwas anderes essen!

  19. ghostwritingjura Says:

    Es ist schwer, Vegan zu sein, aber für Welt ist es wichtig, man kann das nur ein Mal try und dann füllt sich besser ohne Fleisch und Fäte.

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