Weihnachten: Es wird besser!

Posted on: December 25, 2020
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Eine von vier Eulen an unserem Weihnachtsbaum. Es kann gar nicht genug Eulen geben!

Wer von Religion so weit weg ist wie ich, hat es nicht einfach einen Sinn in Weihnachten zu finden. Ich habe versucht es als Familienfest zu sehen, aber in Wirklichkeit hat jeder runde Geburtstag im Kreise der Familie mehr Bedeutung. Ich habe versucht es als Sonnwendfeier zu interpretieren und mich gemeinsam mit allen darüber zu freuen, dass die Tage wieder länger werden. Aber das erfüllt nicht unbedingt mit Sinn – und außerdem sind die Tage noch eine ganze Weile verflucht kurz.

Endlich, jetzt an Weihnachten 2020, ausgerechnet im Jahr der Pandemie, fällt mir etwas dazu ein. 

Was tun wir denn an Weihnachten?

Wir schenken unseren Liebsten etwas. Sehr viele von uns spenden in dieser Zeit an Menschen, die bedürftig sind. Wir wünschen uns Frieden und einfach nett zu sein.

Weihnachten ist folglich ein Symptom: Eine Folge dessen, dass wir alle gerne bessere Menschen wären. Das ist für einen Zyniker wie mich beinahe schwierig über die Tastatur zu bringen, aber offensichtlich streben die Menschen nicht nur in Star Trek danach, besser zu werden. Und zwar auch in der Disziplin Menschlichkeit.

Und damit zur Frohen Botschaft: Das gelingt uns auch tatsächlich!

Unsere moralischen Ansprüche an uns selbst sind enorm gewachsen und wir formen langsam eine bessere Welt: Wir haben die Sklaverei abgeschafft, Rechtsstaatlichkeit erfunden und engagieren uns sogar für das Wohl von Tieren. Wir prügeln unsere Kinder nicht mehr, sondern haben es längst per Gesetz verboten. Richard Dawkins sprach schon vor rund 15 Jahren vom Zeitgeist als einer moralischen Entwicklung hin zu immer höheren Standards.

Wir reduzieren die Armut auf der Welt, verbessern die Gesundheit und die Bildungschancen und geben so mehr Menschen die Möglichkeit, ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen. 

Wir wissen nicht, wie nachhaltig diese Entwicklung ist und wo sie uns noch hinführt. Es spricht viel dafür, dass wir auf einem erstaunlich guten Weg sind , aber auch wenn das stimmt, ist es kein Selbstläufer: Eine Katastrophe – beispielsweise eine Pandemie – könnte uns zurückwerfen, ebenso wie Gier, ein miserabler Präsident oder religiöser Fanatismus.Deshalb ist es schön, Weihnachten zu feiern: Als Ausdruck  und Erinnerung dafür, dass wir gerne bessere Menschen sein wollen – und als Feier für jeden Schritt den wir in die richtige Richtung gehen.

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